Quick Guide: Planung BMA Spezialitäten

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Quick Guide: Planung BMA Spezialitäten

Überhöhen / Atrien

SES Art. 7.2 Überwachungsfläche und Aufteilung
Brandmelder dürfen maximal auf einer Höhe von 12m montiert werden. Sind Räume vorhanden die mehr als 12m Höhe aufweisen, müssen Lineare Rauchmelder ein-gesetzt werden, wobei mehrere Überwachungsebenen vorzusehen sind. Auch hierbei gilt, die Überwachungs-ebenen dürfen nicht mehr als 12m auseinanderliegen.

Hohldecken / Hohlböden

SES Art 7.5 Anordnung von Brandmelder bei Speziellen Raumsituationen
BSR Anhang zu Art 3.2.2 Ausgenommene Bereiche
Hohldecken und Hohlböden müssen überwacht werden, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
– Der Hohlraum ist grösser / gleich 15cm Höhe
– Eine örtliche Brandlast von grösser 100MJ/m2 vorhanden ist (z.B. 60 Elektro/EDV Kabel pro Laufmeter, 12kg Holz, 6.8kg PVC)
– Eine Aktivierungsgefahr vorhanden ist (Vor-schaltgeräte, Transformatoren, Motoren, etc.)
Und eine Brandlast von grösser 50MJ/m2 vor-handen ist (z.B. 30 Elektro/EDV Kabel pro Lauf-meter, 6kg Holz, 3.4kg PVC)

Treppenhäuser / Schächte / Lift-schächte

SES Art. 7.7 Anordnung in Treppenhäusern, Installati-ons- und Liftschächten
In offenen Treppenhäusern (Treppenauge und sonstige Öffnungen mindestens 1 m2) ist an der Decke ein Melder zu platzieren. Sind die Untergeschosse durch einen Türabschluss von den Obergeschossen getrennt, so ist an der Decke vor diesem Türabschluss ein weiterer Mel-der notwendig. In Treppenhäusern mit einer Höhe grös-ser als 12 m ohne Abtrennung, ist zusätzlich bei jeder 3. Geschossebene oder maximal alle 12 m ein Melder an-zuordnen. Falls die vertikalen Öffnungen zusammen we-niger als 1 m2 aufweisen, ist auf jedem Geschoss ein Melder anzuordnen. Ausgeweitete Treppenhäuser wie Liftvorplätze und Korridore usw. sind zusätzlich in jeder Geschossebene zu überwachen.
Falls Installationsschächte überwacht werden müssen, sind die Rauchmelder geschossweise anzuordnen. Sind Öffnungen (freie Fläche) zwischen den Geschossen von min. 1 m2 vorhanden, kann die Anordnung analog der Treppenhausregelung angewendet werden.
Falls Liftschächte überwacht werden müssen (nur wenn der Liftmotor sich im Schacht befindet), muss ab einer Schachthöhe von 40 m ein Ansaugrauchmelder der Klasse B oder C eingesetzt werden. Ansonsten ist nur an der obersten Stelle ein Rauchmelder vorzusehen.

Unterzüge

SES Art. 7.8 Anordnung von Brandmelder bei Decken mit Unterzügen
Bei Decken mit Unterzügen (Stahlträger, Balken oder ähnlichem) kann die Platzierung der Brandmelder nicht immer nach den gängigen Regeln erfolgen. Die Höhe der Unterzüge, die Raumhöhe und die die Raumgrösse ge-ben dabei die nötige Platzierung vor.
Grundsätzlich gilt, Unterzüge kleiner 20cm müssen nicht berücksichtig werden.
Danach ist die Anzahl Melder sowie deren Platzierung gemäss SES Tabelle 7.8.1 und 7.8.2 zu definieren.
Sheddächer
SES Art. 7.9 Anordnung von Brandmeldern bei besonderen De-ckenformen
Bei geneigten Decken ist ein Melder an höchsten Punkt anzuordnen, wenn:
– Die Decke sich mehr als 27 Grad neigt, bei Rauchmelder
– Die Decke sich mehr als 17 Grad neigt, bei Wär-memelder
Eine Ausnahme gilt bei Sheddächern oder ähnlichen Konstruktionsformen. Hier können die Melder an einer Unterzugsdecke oder flachen Decke angebracht werden, wenn folgendes gegeben ist:
– Höhe Shed kleiner als 30% der gesamten Raum-höhe
Die Breite des Shed kleiner 4m, bei Wärmemelder klei-ner 2.5m.

Kalt- und Warmgänge / Belüftete Räume

SES Art. 7.10 Anordnung in belüfteten Räumen und Bereichen
Rauchmelder zur Raumüberwachung dürfen nicht im di-rekten Zuluftstrom von Klima- und Lüftungsanlagen an-geordnet werden. Es ist ein seitlicher Abstand von min-destens 50 cm einzuhalten.
In belüfteten Räumen mit mehr als 10-fachem Luftwech-sel pro Stunde, wie Räume und Hohlböden von Informa-tikanlagen, USV-Stromversorgungsräume, Reinräume und dergleichen gilt zu beachten:
– gelten für Rauchmelder grundsätzlich die redu-zierte maximale Überwachungsfläche Amax von 25 m²
– sowie ein zulässiger Abstand zwischen zwei Brandmeldern von höchstens 7 m.
In begehbare Kalt- und Warmgänge in Rechen- / Daten-centern und Serveräumen müssen nicht mit Rauchmel-dern überwacht werden.

Gaslöschanlagen

SES 14 Anbindung automatischen Ansteuerung von Gaslösch-anlagen
Tipp :
Konsultieren Sie einen Facherrichter für Gaslöscheanla-gen zur Planung!
Als Ansteuerung von Gaslöschanlagen ist ein ortsfestes System zu verstehen, das Brände detektiert, auswertet, optische und akustische Signalgeber in Betrieb setzt und die Löschansteuerung auslöst. Das System hat auch der Überwachung von Anlageteilen der Löschanlage zu die-nen, deren Betriebszustände anzuzeigen und die Bedie-nung zu ermöglichen. Das System muss eine separate Einrichtung oder Bestandteil einer Brandmeldeanlage sein. Die Grundlagen bildet die EN12094 Serie.
Für den Einbau der Gaslöschanlage gilt die SES-Richtli-nie Gaslöschanlagen. Die Grund-lage bildet die EN15004. Die Errichterfirma der Gaslöschanlage be-stimmt die Sicherheitsstufe für die Personensicherheit und den Einsatz der Not-Aus-Einrichtung sowie des Not-Stopp-Tasters und deren Funktionsweise.
Zum Zeitpunkt der Löschansteuerung muss ein interner (wie z.B. Alarmhorn, Blitzleuchte) und spätestens bei Fluss des Löschmittels ein externer Alarm (zur Feuer-wehr) ausgelöst werden.
Falls von den Brandschutzbehörden keine Anforderung an den Überwachungsumfang der Brandmeldeanlage gestellt wird, muss der Überwachungsumfang mindes-tens den ganzen Löschbereich umfassen. Ist der Lösch-bereich kein vollständiger Brandabschnitt, muss der Überwachungsumfang auf die an den Löschbereich an-grenzenden Räume ausgedehnt werden.

Sprinkleranlagen

SES Art. 15 Anbindung von Sprinkleranlagen
Kommt eine Sprinkleranlage zum Einsatz, ist ebenfalls eine Brandmeldezentrale erforderlich, für die Alarm Bear-beitung und Weiterleitung. Hierbei wird pro Alarmbereich einen Sprinklerprüfbox benötigt, welche den Alarm auf-nimmt und an die BMZ meldet. Diese sind unmittelbar bei jedem Alarmventil zu platzieren.
Zusätzlich können Strömungsmelder (Durchflussmelder) eingesetzt werden. Diese dürfen ausschliesslich zur Sig-nalisation jedoch nicht zur Armierung verwendet werden.
Der Standort der Brandmeldezentrale muss mit Automa-tischen Meldern überwacht werden. Zusätzlich muss eine Handfeuermelder in unmittelbarer Nähe der Brandmelde-zentrale platziert sein.
Jedes ansprechen der Sprinkleranlage muss einen inter-nen (Alarmhorn) und externen Alarm (Fernübermittlung) auslösen.

Hochregallager

SES 20 Spez. Nutzung / BMA für Hochregallager
Ein Regallager gilt als Hochregallager, sobald die Lager-höhe (Boden bis OK Lagergut) 7.5m überschreitet.
Es ist grundsätzliche eine Rauchdetektion in Form von Punkt- oder Ansaugrauchmelder einzusetzen.
Die Rauchmelder an der Decke sind über den Regal-gassen mit einem maximalen Abstand von 6.5m zueinan-der anzuordnen. Der erste und letzte Melder in der Gasse darf dabei nicht mehr als 3.3m vom Regal Ende entfernt sein. Für Melder ausserhalb des Regales, gelten die herkömmlichen Überwachungsflächen.
Für die Überwachung der Regale, empfehlen wir An-saugrauchmelder zu verwenden. Die Ansaugrohre sind dabei horizontal im Mittelschacht der Regale anzuord-nen. Die Rohre sind dabei mit einem maximalen Abstand von 6.5m vom Boden, zu den Meldern an der Decke und zueinander anzuordnen. Die Ansaugöffnungen sind mit einem maximalen Abstand von 6.5m zueinander anzu-ordnen. Die erste und letzte Öffnung darf dabei nicht mehr als 3.3m vom Regal Ende entfernt sein.

Quelle: SES-Richtline, Ausgabe 01.07.2021_d
Verband Schweizerischer Errichter
von Sicherheitsanlagen
Brandschutzrichtline Brandmeldeanlagen
01.01.2017 / 20-15de
Verein Kantonaler Feuerversicherungen

Rechtliche Hinweise:
Die ist eine verkürzte und vereinfachte Übersicht der Richtlinien. Zur Normenkonformen Detailplanung sind die SES-Richtlinien und ein Fachplaner zu konsultieren. Es besteht kein Gewähr zur Korrektheit dieser Angaben.

Patrik Beeler

Projektleiter Brandmeldeanlagen Gebäude
+41 (0) 58 680 33 62